Gartenirrtümer, wir decken auf!
veröffentlicht am 08.09.2016 10:32 in Meinungen & Gedanken, verwendete Tags: DENQBAR Garten

Unkraut jäten, Bäume schneiden, Blumen gießen und Rasenmähen ‒ all das sind Aufgaben eines Hobbygärtners. Damit alle Pflanzen prächtig gedeihen und die außergewöhnlichen Blüten jedes Grundstück in eine bunte Oase verwandeln können, greifen viele auf sogenannte „Gartenregeln“ zurück. Doch nicht alles, was als Gartenweisheit gilt, bewährt sich auch in der Praxis. Wir haben für Sie recherchiert, um die meisten Irrtümer an ihren Wurzeln zu packen. Sie können gespannt sein!  

 

Viel düngen hilft viel

Es gibt nichts schöneres, wenn Ihr Garten von großen Früchten und farbenfrohen Blüten nur so protzt. Deshalb bedecken einige Hobbygärtner ihren Erdboden gleich zentimeterdick mit Kompost und nutzen zu all dem noch einen Volldünger. Doch ist das nicht zu viel des Guten? Eine Faustregel besagt: Zwei bis drei Liter Kompost pro Quadratmeter reichen vollkommen aus. Außerdem ist ein komposthaltiger Boden reich an Kalium und Phosphor, weswegen kein Volldünger notwendig ist. Wenn Sie Ihren Pflanzen dennoch eine extra Portion an Nährstoffen zuführen möchten, können Sie eine Mischung aus Hornmehl und Hornspänen beimischen.

 

Efeu zerstört Hauswände

Um ehrlich zu sein, schützt Efeu sogar Ihre Hauswände gegen starke Temperaturschwankungen und beugt so einer Rissbildung vor. Nur wenn das Gebäude vorher schon Brüche in den Mauern besitzt, drücken die Triebe und Wurzeln die Wände auseinander. Wenn Ihre Mauer also glatt und frei von Rissen ist, brauchen Sie sich bei Efeu keine Sorgen machen.

Efeu rangt am Haus entlang

Frisch getropfte Pflanzen müssen feucht gehalten werden

Wer glaubt, frisch umgetopfte Pflanzen intensiver gießen zu müssen, ist wohl auch in eines der weit verbreiteten Gartenirrtümer getappt. Denn nur weil sie mehr gegossen werden, muss das nicht zwingend bedeuten, dass sie auch schneller und effektiver anwachsen. Um ehrlich zu sein, ist hier sogar genau das Gegenteil der Fall. Erhält die Pflanze in den ersten Wochen zu viel Wasser, reduziert sie stark das Wachstum der Wurzeln. Zwar ist es richtig, die Erde im Topf nach Ihrer Umpflanzaktion erst einmal kräftig zu wässern, jedoch sollte man sich danach mit dem Gießen etwas zurückhalten.

 

Bier gegen Schnecken

Ein Haushalt ohne Bier ist bei uns in Deutschland undenkbar. Doch laut Volksmund soll es nicht nur als Getränk dienen. Sicher haben Sie schon das ein oder andere Grillfleisch damit abgelöscht. Doch hätten Sie gedacht, dass Schnecken vor Bier haltmachen? Natürlich ist das völliger Blödsinn, denn das Gegenteil tritt ein. Schnecken lieben Bier und nehmen deswegen auch gern die Strecke vom Nachbarn bis zu Ihnen auf sich.   

Mit Bier am Sonnenuntergang

 

Tief umgraben ist gut für den Boden

Pflanzen lieben einen lockeren Erdboden, um besser Wurzeln schlagen zu können. Deshalb könnte man schnell zu dem Gedanken kommen: je tiefer, desto besser. Doch genau das ist hier nicht der Fall. Zwar ist es löblich im Herbst tüchtig umzugraben, schaufeln Sie allerdings zu tief, vermischen sich dabei die Bodenschichten. So gelangt die obere Humusschicht bis tief unter die Erde. Durch diese Aktion wird verhindert, dass Bakterien keine organischen Substanzen mehr abbauen können und so das Wachstum der Pflanzen gehemmt wird. Außerdem besitzen die meisten Gemüsesorten gar keine tiefen Wurzeln. Sie können sich also viel Arbeit ersparen, wenn Sie das nächste Mal den Erdboden mit einer Hacke auflockern.

 

Rosen sollten während der Blütezeit ständig gedüngt werden

Die schönen Blüten der Rosen erfreuen jeden Hobbygärtner im Sommer. Da liegt die Vermutung nahe, dass sie in der Blütezeit permanent gedüngt werden müssen, um den Nährstoffbedarf zu decken. Allerdings sollten Rosen nur zwei Mal im Jahr gedüngt werden und zwar vor Beginn der Wachstumszeit (März/April) und zum Spätsommer nach der großen Hitze. Doch warum darf man nicht während der Blütezeit düngen? Im Volldünger für Rosen ist viel Stickstoff enthalten, der das Wachstum der Pflanzen anregt. Dies kann unter Umständen zu Problemen beim Austreiben von neuen Blüten führen. Das zu späte Düngen kann außerdem Frostschäden an der Pflanze begünstigen. Spätestens im August sollte daher das Düngen eingestellt werden.

Rote Rose in Nahaufnahme mit Wassertropfen

 

Kübelpflanzen müssen im Winter nicht gegossen werden

Die Temperaturen sinken und schon ist der Zeitpunkt gekommen, Ihre Kübelpflanzen an einen frostsicheren Ort unterzubringen. Auch wenn die Pflanzen in ihrer „Winterruhe“ die Wachstumsprozesse stark reduzieren, sind sie auf eine kleine Wassermenge angewiesen. Im Frühjahr kann man bei vielen Gewächsen vertrocknete Blätter feststellen. Die Ursache liegt aber meist nicht an der Kälte, sondern dass die Blätter selbst an Wintertagen Flüssigkeit verdunsten. Dadurch können sie auch bei niedrigen Temperaturen an Wassermangel vertrocknen. Vergessen Sie also nicht Ihre Kübelpflanzen im nächsten Winter mäßig zu gießen, damit Sie sich im Frühjahr wieder an ihnen erfreuen können.

 

Ein massiver Rückschnitt hemmt das Wachstum der Sträucher

Wer von Ihnen kennt dieses Phänomen nicht ‒ gerade erst haben Sie die Hecken zurückgeschnitten und schon ist es wieder notwendig, die Schere anzusetzen. Wer glaubt, ein regelmäßiger Rückschnitt würde das Wachstum hemmen, der irrt. Denn ein starker Strauchschnitt bewirkt einen schnellen Austrieb. Durch das massive Zurückschneiden, bekommt Ihr Strauch einen enormen Kraftüberschuss, der sich erst durch die Bildung neuer Triebe wieder abbaut. Unser Tipp für Sie: Entfernen Sie möglichst die alten verholzten Triebe in Bodennähe. Die jungen Triebe wachsen dann von unten etwas langsamer und sorgen für eine schöne ausgefüllte Form.  

Strauch wird mit Heckenschere geschnitten

Marienkäfer vertilgen Blattläuse

Vielleicht wussten Sie es noch nicht, aber es gibt nur wenige Marienkäferarten, für die Blattläuse eine Delikatesse sind. Nur einige heimische Arten wie der Siebenpunkt haben Blattläuse zum Fressen gern. Jedoch macht der aus Asien stammende Marienkäfer nicht einmal vor den Larven des europäischen Siebenpunktes halt. Außerdem fressen diese kleinen Einwanderer auch andere Blattlaus vertilgenden Insekten, wie die Larven von Schweb- oder Florfliegen.

Roter Käfer auf grünem Blatt in Nahaufnahme

Wir hoffen, Ihnen hat unser kleiner Ausflug in das Land der Gartenirrtümer gefallen. Sie würden gern noch mehr Informationen aus der Garten- und Heimwerkerwelt erfahren? Dann folgen Sie uns doch auf Facebook, um keinen Blogbeitrag mehr zu verpassen!

Bis zum nächsten Mal.
Ihr DENQBAR Team